Schützengesellschaft zu Mainz 1862 e.V.

Böllern

                                       

 

Das Böllern basiert nach landläufiger Auffassung auf Pulver, Rauch und Geräusch.

 

Um dieses Geräusch erzeugen zu dürfen, muss man sich vorher sachkundig machen, was durch sachgebietserfahrene Personen in einem Lehrgang vermittelt- und – nach bestandener Prüfung - auf höchstamtlichem Wege bestätigt wird.

 

Um nunmehr als amtlich genehmigter Geräuschverursacher auch noch Spaß zu haben und dies mit der restlichen Umwelt in einen allgemein befriedigenden Einklang zu bringen, ist es erforderlich, dass man jedes beabsichtigte Böllern bei dem zuständigen Ordnungsamt anmeldet. Diese Anmeldung verhindert in der Regel einen unkontrollierten Massenauflauf von polizeilichen Einsatz- und anderen Rettungskräften auf dem Festgelände, wodurch gewöhnlich ein konträres Verhalten der dort anwesenden Personen zur beabsichtigten Stimmung verursacht wird - vermutlich, weil die Einsatzkräfte aufgrund irgendeines telefonischen Anrufes, der bei ihnen einging und der den Verdacht auf terroristische Aktivitäten beinhaltete, nicht mitfeiern dürfen.

 

Großes Gefallen finden auch geeignete Absperrungen, da sie die Böllerschützen vom  Publikum trennen. Durch diese umsichtige Vorgehensweise werden die Zuschauer zuverlässig vor pulvergeschwärzten Gesichtern sowie vor unkontrolliert umherfliegenden Korkstücken  aus den Böllern bewahrt. Die Böllermündung wird nämlich in der Regel, während der Schussabgabe, vom Kopf des Schützen abgewandt und in Richtung Publikum gehalten, wahrscheinlich deshalb, weil sich dieses Verfahren in der Vergangenheit mehrfach bewährt hat.

 

Ein nicht unwesentliches Utensil ist der Böller selbst, was jeder bestätigen kann, der ihn anlässlich einer Böllerveranstaltung schon einmal vergessen hat. Ebenso verhält es sich mit dem Pulver und den ebenfalls nicht ganz unwichtigen Zündhütchen. 

 

Haben sich die Böllerschützen nun auf einen zeitnahen Terminabgleich geeinigt und sich in derselben geographischen Örtlichkeit eingefunden, steht dem eigentlichen Böllern nichts mehr im Wege.

 

Da die durch Böller verursachten Geräusche oftmals als laut, heftig oder gar gewaltig empfunden werden, ist es nicht weiter verwunderlich, dass den Böllerschützen nach getaner Arbeit der Schrecken tief in den Gliedern steckt. Dies hat zur Folge, dass man auf diesen Schrecken erst mal einen trinken muss (was wiederum gut für die Vereinskasse ist).

 

Ich denke, die zum Böllern erforderliche Information wurde nun ausreichend erklärt. Wer trotzdem noch Lust zum Mitmachen hat und Mitglied werden möchte, ist jederzeit herzlich willkommen – vorausgesetzt sie/er ist in der Lage einen Böller zu halten und den nötigen Ernst für dieses Hobby aufzubringen.

 

 

Gerhard Briese    


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