Das Böllern basiert
nach landläufiger Auffassung auf Pulver, Rauch und Geräusch.
Um dieses Geräusch
erzeugen zu dürfen, muss man sich vorher sachkundig machen, was durch
sachgebietserfahrene Personen in einem Lehrgang vermittelt- und – nach
bestandener Prüfung - auf höchstamtlichem Wege bestätigt wird.
Um nunmehr als amtlich
genehmigter Geräuschverursacher auch noch Spaß zu haben und dies mit der
restlichen Umwelt in einen allgemein befriedigenden Einklang zu bringen, ist es
erforderlich, dass man jedes beabsichtigte Böllern bei dem zuständigen
Ordnungsamt anmeldet. Diese Anmeldung verhindert in der Regel einen
unkontrollierten Massenauflauf von polizeilichen Einsatz- und anderen Rettungskräften
auf dem Festgelände, wodurch gewöhnlich ein konträres Verhalten der dort
anwesenden Personen zur beabsichtigten Stimmung verursacht wird - vermutlich,
weil die Einsatzkräfte aufgrund irgendeines telefonischen Anrufes, der bei
ihnen einging und der den Verdacht auf terroristische Aktivitäten beinhaltete,
nicht mitfeiern dürfen.
Großes Gefallen finden
auch geeignete Absperrungen, da sie die Böllerschützen vom
Publikum trennen. Durch diese umsichtige Vorgehensweise werden die
Zuschauer zuverlässig vor pulvergeschwärzten Gesichtern sowie vor
unkontrolliert umherfliegenden Korkstücken
aus den Böllern bewahrt. Die Böllermündung wird nämlich in der Regel,
während der Schussabgabe, vom Kopf des Schützen abgewandt und in Richtung
Publikum gehalten, wahrscheinlich deshalb, weil sich dieses Verfahren in der
Vergangenheit mehrfach bewährt hat.
Ein nicht unwesentliches
Utensil ist der Böller selbst, was jeder bestätigen kann, der ihn anlässlich
einer Böllerveranstaltung schon einmal vergessen hat. Ebenso verhält es sich
mit dem Pulver und den ebenfalls nicht ganz unwichtigen Zündhütchen.
Haben sich die Böllerschützen
nun auf einen zeitnahen Terminabgleich geeinigt und sich in derselben
geographischen Örtlichkeit eingefunden, steht dem eigentlichen Böllern nichts
mehr im Wege.
Da die durch Böller
verursachten Geräusche oftmals als laut, heftig oder gar gewaltig empfunden
werden, ist es nicht weiter verwunderlich, dass den Böllerschützen nach
getaner Arbeit der Schrecken tief in den Gliedern steckt. Dies hat zur Folge,
dass man auf diesen Schrecken erst mal einen trinken muss (was wiederum gut für
die Vereinskasse ist).
Ich denke, die zum Böllern
erforderliche Information wurde nun ausreichend erklärt. Wer trotzdem noch Lust
zum Mitmachen hat und Mitglied werden möchte, ist jederzeit herzlich willkommen
– vorausgesetzt sie/er ist in der Lage einen Böller zu halten und den nötigen
Ernst für dieses Hobby aufzubringen.
Gerhard Briese